Arbeit als Fürsorge hat idealiter zwei  Akteure: Den Sorgenden und den Umsorgten. Sie findet aber in einer diese umfassenden Gemeinschaft statt, so dass die Arbeit Folgen für die anderen Gesellschaftsmitglieder zeitigt. Diese Folgen können diese Dritten begünstigen oder schädigen. Sie können sie von der der Arbeit zugrundeliegenden Beziehung ausschließen oder sie zu eben dieser einladen. Eine für zwei Seiten zuträgliche Arbeitsbeziehung verleitet zur Nachahmung. Der besagte Eismann erschafft durch seine Arbeit ein Umfeld, in dem auch andere arbeiten können.

 

Die Folgen eines Arbeitsvorgangs für Dritte können unterteilt werden. Das Umfeld des Arbeitsvorgangs wird stabilisiert. Der Arbeitsvorgang benötigt Ressourcen, deren Bereitstellung  wiederum Arbeit erfordert. Diese Ressourcen können aber auch der natürlichen Umgebung entnommen werden. In diese münden auch Nebeneffekte des Arbeitsvorgangs, wie z.B. ausgestoßenes CO2 . Die Arbeit kann nachgeahmt werden. Die dadurch entstehende Konkurrenz, kann die einzelnen Arbeitenden zu Entwicklung antreiben, die Dinge besser zu machen. Diese Konkurrenz kann einzelne aber auch dazu verleiten, Arbeit darauf zu verwenden, andere von eben dieser Arbeit abzuhalten. In beiden Fällen induziert Arbeit Lernen.  Nur ergibt sich das Lernen einmal Produktivitätssteigerung das andere Mal auf  ihre Begrenzung. Der Schaden des zweiten Vorgangs kann durch Arbeitsteilung bzw. Spezialisierung nur zum Teil wettgemacht werden.

 

All diese Vorgänge finden schon in unentgeltlicher Arbeit Platz. Mit der Bezahlung durch Geld bewegt eine Arbeitsbeziehung einen Teil der gesellschaftlich verfügbaren Geldmenge. Geld in einer Truhe ist volkswirtschaftlich nicht existent. Nur indem es aktuell den Besitzer wechselt, entfaltet es die oben angedeuteten Effekte. Die Ausnahme ist der Kredit. Hier setzt jemand fremdes Geld oder Buchgeld ein um Arbeitsvorgänge zu finanzieren. Da das Geld als Tauschwert und Leihgabe komplexere Tauschgeschäfte ermöglicht, erweitert eine Geldwirtschaft die Gemeinschaft der Betroffenen.  Es macht zum einen die Zinswirtschaft möglich und zum anderen die Besteuerung. Vor anderen Effekten bedeuten beide erst einmal eine Ausweitung des Wirkradius der Arbeit. Die Zinsen ermöglichen, dass der Arbeitende von ihren Früchten zehrt, lange nachdem er sie verrichtet hat. Adam Smith sieht die Funktion der Schuldzinsen darin, dass jungen Mittellosen eine Unternehmung durch begüterte Alte (insbesondere Witwen) ermöglicht wird. Im Gegenzug ergeben die Zinsen deren Rente. Die Steuern bewirken, dass gemeinschaftliche Aufgaben neben der einzelnen Arbeit miterledigt werden. Je nach deren Gestaltung bieten sie ein sicheres und übersichtliches Feld für weitere Arbeit. Außerdem können Steuern die Verzerrungen durch den freien Markt aufheben, die Menschen von anerkannter Arbeit ausschließen.

 

Schon unentgeltliche Arbeit stabilisiert Verhältnisse so, dass sich auf den gleichen Vorgang beziehende Arbeiten einen Sinn ergeben. Breitet jemand in stetiger Wiederholung Mahlzeiten für seine Mitbewohner zu, könnte jemand auf die Idee kommen, abgepasst hierzu den Tisch zu decken, ein weiterer könnte für Musik sorgen etc. Nun sagen Marktapologeten,  dies wären Tauschgeschäfte. Dies wäre aber nur zutreffend, wenn die verschiedenen Güter ausgetauscht würden. Wenn der Koch also seine Speise im radikalen Fall vollständig abgeben würde um sich dann - ohne den Dekorateur - an der geschmückten Tafel zu erfreuen. Die Dekoration hätte damit aber ihren Sinn verloren. Auch der Musikant wäre düpiert, erhielte er sein Essen an einsamen Ort, als Gegenleistung zu seiner Darbietung. Der Genuss all der genannten Produkte befreit sie auch aus der Sphäre der Äquivalente.  Die Bereitstellung der Lebensmittel bietet in diesem Beispiel den Kristallisationspunkt kultureller Produktivität. Die Beteiligten sehen die Möglichkeit - sie hoffen einen gemeinschaftlichen Sinn stiften zu können. Einzelne Güter könnten Sie gewiss selbst produzieren. Aber das Geflecht der sich aufeinander beziehenden Wohltaten kann nur die sich bildende Gemeinschaft hervorbringen. Diese Gemeinschaft entsteht aber erst mit den sich aufeinander beziehenden Arbeiten. Indem die Menschen einander die Dinge zubereiten, sorgen sie füreinander. Mit der Sorge ermöglichen sie einander, ihrer  Welt Form zu geben. Die Sorge erschöpft sich eben nicht in der Befriedigung biologistisch verkürzter Bedürfnisse. Wir kochen nicht einfach um zu essen. Wir essen vielmehr, um weiterhin fähig zu bleiben, Formen zu schöpfen. Und diese Lust zur Form verwandelt unser Essen in herrliche Speisen, genau wie sie uns musizieren lässt. Wir lieben auch nicht, um uns fortzupflanzen. Vielmehr ermöglicht unsere Geburt uns die Liebe. Unsere Form ist nicht Mittel sondern Zweck unseres Daseins.  Zu dieser Formung bedienen wir uns aber schon vorhandener Formen, bereits Geformtem. Auch insofern arbeiten wir an bereits Bearbeitetem. Eine solche Arbeitswelt ist eine soziale und materielle Schöpfung. Und nur in ihren Akten der Schöpfung besteht sie  gegen den Rückfall in die Formlosigkeit. In den  "Narren von Tortilla Flat" stellt Steinbeck eine solche gemeinschaftliche Schöpfung eindringlich dar. Dabei müssen die Beziehungen an einem Ort, dem Haus an der Schlucht, Wirklichkeit werden. Ein gestaltetes Stück Welt zieht uns magisch an, um es weiter zu gestalten. Wir gestalten darin einander und nehmen so Gestalt an.

 

Damit wir aber einen großen Teil unserer Kraft und Energie auf die Gestaltung verwenden können, brauchen wir ein Umfeld, in dem einerseits die Arbeitsteilung die Beschaffung des Notwendigsten zu einer wenig aufwendigen Teilaufgabe macht und andererseits die gemeinschaftliche Bevorratung die Risiken individuellen Scheiterns auf ein beherrschbares Maß abmindert. Beides setzt komplexe Tauschverhältnisse voraus, zu denen Kooperation auf Sichtweite nicht ausreicht.  Sowohl müssen räumlich voneinander getrennte Partner miteinander kooperieren, als dass  auch Ressourcen und Güter aufgehoben werden müssen. Der Einzelne braucht einen garantierten Anteil an diesen Vorräten. Eine sich im Gleichgewicht befindende Geldwirtschaft ergänzt die direkte Kooperation um diese Funktionen. Darüber hinaus kann Geld an Menschen gezahlt werden, die sich Gemeinschaftsaufgaben ohne eigenen Ertrag widmen. Eine solche stabilisierte Wirtschaft ermöglicht mir zu tun, was mein Nachbar lässt. Damit können wir uns sogar als Fremde ähnlich aufeinander beziehen, wie die Kooperierenden im obigen Beispiel. Die Gemeinschaft der Kooperierenden kann ungleich größer werden, womit der eigentliche Sinn des Arbeitens aber aus dem Blick geraten kann. Der monetäre Gewinn kann als Ziel erscheinen, anstatt die gegenseitige Fürsorge. Der Mehrwert scheint als Endzweck allen wirtschaftlichen Handelns. Dieser macht aber nur in der Fiktion der Äquivalente einen Sinn. Ich erinnere mich an meinen jugendlichen Versuchlt, ein in der Zeitung abgedrucktes Vermögen in Badewannen voll Champagner oder Designerhandtaschen umzurechnen. Diese Vermögen scheinen aus dem Blickwinkel des Genusses und der Fürsorge keinerlei Sinn zu machen. Tatsächlich wird ein solcher dem ökonomischen Durchschnitt verständlicher Sinn ab ausreichender Vermögensgröße durch einen strategischen verdrängt.

 

Ich will noch einmal zu meinem Eisverkäufer zurückkehren. Da Leute willens und imstande sind Eis zu kaufen, braucht er eine Ausrüstung. Diese kauft er und ermöglicht so weiteren Menschen zu arbeiten. Dies geschieht aber nicht nur beim Verkauf materieller Konsumgüter, wie dem Eis. Insbesondere die Identifikation vieler mit einer Sache ergibt viele solcher Anknüpfungspunkte. So wirken zum Beispiel Fußballvereine belebend auf die lokale Wirtschaft, weil sie Bauaufträge vergeben, vor ihren Stadien Fanartikel und Würstchen verkauft werden, Menschen als Ordner arbeiten etc. Die Identifikation ist ein Katalysator für ökonomische Zusammenarbeit. Aber sie strahlt über den Bereich der Geldwirtschaft hinaus. Kinder trainieren in Vereinen. Ihr Trainer arbeitet oft unentgeltlich.

 

Ob durch Geld vermittelt oder nicht stellen wir einander die Ressourcen für  unsere Arbeit gegenseitig zur Verfügung.  Wir tun dies um dem anderen die Gestaltung unserer Welt zu ermöglichen - und nebenbei auf dieselbe Einfluss zu nehmen. Eine gesellschaftliche Entwicklung muss sich immer daran messen lassen, inwiefern sie den Einzelnen umfassender und mehr Einzelne zu diesem schöpferischen Akt befähigt.

 

Zumeist wird entweder ein Material bearbeitet oder materielle Ressourcen zur Arbeit aufgewendet. Diese können einem Vorrat entstammen, der in jedem Fall begrenzt ist oder einem natürlichen Kreislauf, der in einer bestimmten Zeitspanne immer nur eine feste Menge des betreffenden Materials bereitstellt. Mit diesen Ressourcen muss nachhaltig wie gerecht umgegangen werden. Auf lange Sicht können diese Rohstoffe keinen Lagerstätten entstammen, da diese per Definition nicht nachhaltig ausgebeutet werden können. Wir halten die Umstellung auf eine kohlenstoffneutrale Wirtschaft für historisch einmalig. Tatsächlich wird sie sich für jeden wirtschaftlich bedeutsamen Rohstoff mit endlichen Lagerstätten wiederholen.  Taucht die Drohung der Erschöpfung der Ressourcen fern am Horizont auf, können die Nutzer der Ressource zwei Strategien verfolgen: Sie können den betreffenden Rohstoff horten  oder sie können sich unabhängig von ihm machen. Die zweite heißt Innovation. Sie zeichnet sich durch unberechenbare Risiken aus. Um diese durchzustehen, scheint Strategie Nr. 1, das Horten, unerlässlich. Dieses führt aber zu insgesamt ineffektiven Verzerrungen des Marktes. Die Akteure benehmen sich wie Hotelgäste gegenüber den Plätzen am Pool: Je knapper deren Anzahl bemessen ist, desto eher sind Gäste geneigt, sie durch ihr Handtuch - auch langfristig - zu reservieren. 

 

Im bestehenden System des geistigen Eigentums führt die Innovation zu Asymmetrien.  Der erste der auf die neue Ressource umsteigen kann, erringt Monopolmacht.  Für die Nacheilenden heißt es: Der Letzte macht das Licht aus. In der Furcht, zu diesen Zurückgebliebenen zu gehören, werden sich viele früher von der Nutzung der Ressource verabschieden, als dies gemessen an ihrem Ausmaß nötig wäre. Die Phase des Hortens kippt ohne nennenswerten Übergang in die der Fluchtreaktionen über. Dieser Umbruch ruiniert einen großen Teil der Firmen, die doch von der Ressourcenfrage abgesehen nützliches Wissen am Leben hielten. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen, die eben nur den an die Ressource gebundenen Geschäftszweig hatten, lassen sich nach dem Umbruch nicht wieder zum Leben erwecken. Zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu wechseln, ist also notwendig für eine stabile Volkswirtschaft, die die Voraussetzung für kontinuierliches gesellschaftliches Lernen ist.  Da Innovation Ungleichheit begünstigt, muss der Staat diese wieder ausgleichen. Dies ist auch deswegen statthaft, weil die Innovatoren nur aufgrund ihrer vorhergehenden Bildung, also durch ihre  Teilhabe am gesellschaftlichen Wissen, innovativ werden konnten.

 

Statt der Nutzung von Lagerstätten sollte also ein Kreislauf gestaltet werden, der fortwährend Ressourcen bereitstellt und recycelt. Diese können dann nach Kriterien der Gerechtigkeit und Effektivität verteilt werden, ohne dass dies durch eine zentralistische Planung geschehen muss. Die Bereitstellung der Ressource bedeutet  wiederum Arbeit. Diese ist aber Voraussetzung für eine gerechte Güterverteilung. Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit setzen sich also auf Dauer gegenseitig voraus. Bei nachhaltigem Wirtschaften kommt zu der aktuellen Verteilungsgerechtigkeit der Aspekt langfristiger Kooperation hinzu.  Fühlen sich einige Partner heute übervorteilt, kooperieren sie bei der Organisation der Ressource langfristig nicht mehr. Da aber ihre Arbeitskraft zur Beschaffung der Ressource - und zwar für immer - gebraucht wird, wird Verteilungsgerechtigkeit zu einer Produktionsbedingung. Damit ist die Nachhaltigkeit eins der globalen Korrektive für die der Automatisierung folgenden Verzerrung des Arbeitsmarkts. Wenn neben der Produktion Arbeit auf die Bereitstellung der Ressourcen verwendet werden muss, steckt mehr Arbeit und Arbeit von mehr Menschen im Produkt oder in einer Dienstleistung.

 

Die Arbeit kann aber auch Folgen für die allgemein verfügbaren Ressourcen haben. Diese Ressourcen stehen jedem Produktionsprozess, jeder Arbeit und unseren bloßen Vitalprozessen zur freien Verfügung. Beeinträchtigen die Produkte und Abfälle  diese natürlichen Ressourcen, sind eine sehr große Anzahl von Dritten betroffen. Ihre Rechte müssen vom Staat gegen den Arbeitenden vertreten werden. Werden die Kosten der Restaurierung dem Arbeitenden aufgebürdet, scheint dadurch das Produkt über ein erträgliches Maß verteuert zu werden. Aber auch hier werden nur weitere Arbeitsvorgänge an den ersten angebunden. Dem Weniger an Arbeit pro Stück durch die Automatisierung steht dann ein Mehr durch die Restaurierung gegenüber.

 

Durch beide Vorgänge zusammen steigen die Stückkosten. Dies geschieht sonst durch Verknappung einer Ware. Eine solche Verknappung geschieht aber durch Nachhaltiges und schonendes Wirtschaften nicht. Eine bedrohlicher Rückgang der Warenmenge ist also nicht zu erwarten. Bei gleichmäßiger Verteilung der Vermögen heben sich die Effekte der Automatisierung und der Nachhaltigkeit auf. Bei starker Automatisierung steigt die Stückzahl und damit die Menge der eingesetzten Ressourcen und des Abfalls. Diese Größen waren bislang betriebswirtschaftlich unerheblich. Werden sie dies, verschiebt sich der Grenznutzen der Automatisierung zugunsten der Arbeit. Die erhöhten Stückpreise verändern aber auch die Abwägung des Konsumenten. Anstelle der dritten Alugusspfanne wird vielleicht doch wieder die Eisenpfanne, die man samt der unter Familienspezialitäten erworbenen Patina an die Kinder vererbt, zum Konsummodell. Des weiteren würde der Einzelne bei vielen Besitztümern zur Erkenntnis kommen, dass deren gemeinschaftliche Nutzung neben der notwendigen Ersparnis tieferen Sinn macht. Die private Bohrmaschine kann auch in der gemeinsam genutzten  Hinterhofgarage liegen. Dort entsteht damit ein weiterer Ort gemeinschaftlicher Arbeit.

 

Das Steuersystem, das Nachhaltigkeit in die betriebswirtschaftlichen Abwägungen einschreibt, in Einzelheiten zu entwerfen, übersteigt meine Möglichkeiten. Diese Maßnahmen müssen aber offensichtlich von solchen zur Angleichung der Vermögen überdacht werden. Dann bedingen sie eben keine wirtschaftliche Ineffizienz, sondern komplexere Kooperation, die selbst auch ausgleichend wirkt.

 

Die Kooperation öffnet die einzelne Arbeit Beobachtern. Diese können von den Arbeitenden lernen. Dies gilt für die Erwerbsarbeit wie für die unentgeltliche. Von jemandem Lernen meint, zu lernen, wie sie oder er arbeitet. Eigentlich verwandelt sich der Lernende aber in der Beobachtung und dem Mitmachen die Arbeitsweise an. Sie verändert sich im Lernen. Dieses mitvollziehende Lernen bringt auch die weitergehenden Innovationen hervor. Der Wohlstand den wir erleben ist Folge gesellschaftlichen Lernens. Daher müssen wir eine lernende Gesellschaft bleiben, wie Stiglitz und Greenwald sie darstellen. Bei sehr ungleicher Verteilung der Vermögen geben die Eigner des Reichtums die Richtung des Lernens vor. Die Richtung heißt aber, die für das Geld Arbeitenden entweder  mit immer geringerem Anteil abzuspeisen oder immer weniger von ihnen anzustellen. Diese Logik läuft mit naturgesetzlicher Anmutungen selbst, wenn die Reichen weit mehr besitzen als sie noch glücklicher machen könnte. Es gibt offensichtlich einen Grenznutzen des Reichtums. Bloß bemerken die meisten Reichen sein Überschreiten nicht. 

 

Bei relativer Gleichverteilung wären alle in ähnlichem Maße als Investoren tätig. Und damit würden sie in der Summe die gesellschaftlichen Lernziele bestimmen. Können sie sich dabei auf eine starke und reiche Gemeinschaft stützen, werden sie in deren Entwicklung investieren. Als die Dritten der Arbeit werden sie die Arbeitsweisen bezuschussen, die ihnen gut und nützlich erscheinen.  Dies setzt voraus, dass für keine Ware oder Dienstleistung ein zu enges Oligopol existiert. Sowohl als Konsument als auch als Investor in einem bestimmten Sektor muss der Einzelne zwischen verschiedenen und tatsächlich verschiedenartigen Anbietern wählen können.

 

Der Nutzen an der eigenen Innovationstätigkeit sollte im Wesentlichen nicht durch ein Recht, das Wissen zu horten, gewährt werden. Denn das Horten des Wissens behindert das weitere gemeinschaftliche Lernen, indem  die Dritten von dieser positiven Nebenwirkung der Arbeit ausschließt. Dabei hat die kostenlose öffentliche Bildung und der Zugang zu kostenlosen Wissenbeständen die Innovation erst ermöglicht.  Der Erfinder sollte der Gemeinschaft seine Erfindung zur Verfügung stellen und seine Umgebung das Erfinden lehren. Und die Gemeinschaft sollte es ihm lohnen. Im derzeitigen System bekommt der Erfinder zumeist nur einen winzigen Teil dieses Lohns. Der wahre Nutzen der Erfindung ist derzeit aber die Monopolbildung. Die Nutzungsrechte bleiben bei der Firma, der Erfinder erhält eine diesen Nutzen kaum aufwiegende Abfindung. Steht die Nutzung der Erfindung einer weiten Öffentlichkeit zur Verfügung, würde ein Preis den Nutzen der einzelnen Nutznießer aufwiegen.

 

Ein Arbeitsvorgang sollte immer Kooperation und Nachahmung ermöglichen. Monopolbildung und die sie begrenzende Gesetzgebung widersprechen diesem Grundsatz. Schon die Teilhaber an Oligopolen wenden mehr Geld für Werbung, Rechtsstreitigkeiten und Lobbyarbeit  auf als für Forschung und Entwicklung. Und ihre Entwicklungsvorhaben zielen vor allem auf die Automatisierung zur Einsparung von Arbeitskräften ab. Ein Markt mit vielen kleinen Anbietern zielt die Rationalisierung auf andere Lernziele ab. Vor allem dann, wenn der Gier des Individuums Grenzen gesetzt sind.  Sollten diese Begrenzungen die Geschwindigkeit der kulturellen Entwicklung begrenzen  (woran man berechtigte Zweifel anmelden kann), muss darauf hingewiesen werden, dass die Steigerung der allgemeinen Wohlfahrt inzwischen stärker davon abhängt, wie der Nutzen der Innovativität allen Mitgliedern der Gemeinschaft zugutekommen kann - also von der  Verteilung der Vermögen. Plakativ zeigt sich dies darin, dass heute mehr Menschen an Fettleibigkeit leiden als an Unterernährung. Kooperation und Nachahmung sind in einer Gleichgewichte anstrebenden Wirtschaft Lernmethoden, wie wir die Dinge besser machen können - und wie wir die  Arbeit uns zuträglicher gestalten können.